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Was ist Kunst

Seit der erste Künstler vor mindestens fünfzigtausend Jahren das erste Kunstwerk erschaffen hat, hat sich die Definition von Kunst fast täglich verändert. Tatsächlich muss sich jede Definition von Kunst wandeln, sobald eine Innovation auftaucht. Definitionen sind so vielfältig wie das Spektrum der Menschheit selbst, und sie sind endlos an der Zahl. Der römische Poet Horaz erdachte eine klassische und verdrießliche: »Er, der tausend Kunstwerke kennt, kennt tausend Fälschungen.«

Hübsch und höflich ist die von Nicolas Poussin, einem großartigen französischen Maler des 17. Jahrhunderts: »Der Zweck der Kunst ist Genuss.«

Selbstgefällig und passend ist eine viktorianische Definition: »Kunst wird aus Form und Schönheit gemacht.« Eine bekannte zeitgenössische Aussage lautet: »Kunst ist.« Auch wenn dies verwirrend klingen mag, kommt es der Sache wahrscheinlich am nächsten.

Eine Definition für Kunst finden Grundsätzlich kann fast alles Kunst sein. Was als gute oder schlechte Kunst angesehen wird, hat sich auch über Äonen hin verändert. Ich finde es bezeichnend, dass mit jeder veränderten Definition etwas, was von der vorhergehenden Generation als schlechte Kunst betrachtet oder nicht als Kunst anerkannt wurde, nun plötzlich akzeptabel wird. Da ich ein Fan des Mittelalters bin (eine Zeit, zu der eine Art Kunst genauso gut war wie die andere und Kunst immer ein Teil des alltäglichen Lebens war), definiere ich Kunst - Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft - im weitestmöglichen Sinne. Meine Definition lautet: Kunst geschieht, wenn irgendjemand auf der Welt irgendein Material nimmt und damit eine bewusste Aussage formuliert.

Allumfassend? Allerdings. Sie werden sagen, dass diese Definition auch Kunsthandwerk einschließt.
Ja, das tut sie. Und warum nicht? Kunsthandwerk ist genauso legitim wie die so genannten »bildenden Künste« (und in fünfzig Jahren wird man es wahrscheinlich noch berechtigter finden als so manche zeitgenössische »bildende Kunst«). Seit der Geburt der modernen Kunst 1907 (Les Demoiselles d'Avignon von Picasso) muss Kunst nicht mehr gefallen, wie es Poussin gerne gehabt hätte, oder Schönheit und Form beinhalten, wie die Viktorianer es forderten. Sie kann sogar absichtlich hässlich und doch zutiefst befriedigend sein. Tatsächlich ist der einzig wahre Feind der Kunst der gute Geschmack. Wahre Kunst hat keinen Geschmack, sei es nun guten oder schlechten.

(Obwohl sie auch abscheulich und geschmacklos sein kann.)

Betrachten Sie es einmal so: Ist das explosive Jüngste Gericht von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle geschmackvoll? Nein. Oder auch die Deckenmalerei der Sixtinischen Kapelle selbst? Nochmals nein. Und ist das späte Selbstporträt Rembrandts, das den Künstler als aufgedunsenes Wrack zeigt, ein Zeichen des guten Geschmacks? Selbstverständlich nicht. Große Kunstwerke sind jenseits von Geschmack, Mode und dem, was trendy ist.
Kunst mit unterschiedlichem Niveau

Auch wenn praktisch alles Kunst sein kann, gibt es doch qualitative Unterschiede. Vielleicht kann ein niedlicher grüner Frosch aus Ton oder ein auf fusseligem schwarzem Samt gemalter trauriger Clown ein grandioses Kunstwerk sein. Aber ich persönlich bezweifle das. Allerdings könnte sicherlich etwas, das aus Scherben des grünen Tonfroschs gemacht wurde, oder ein Bild, dessen Farben aus gemahlenen Bildfetzen des ach-so-traurigen Clowns hergestellt sind, Kunst sein und sogar großartige Kunst.
Die Konstante in der Kunst

Die einzige Konstante in der Kunst ist, dass sie sich ständig verändert. Es hat unendlich viele Veränderungen in der langen Geschichte der Kunst gegeben. Die bedeutendsten wurden durch das Genie eines einzelnen Künstlers ausgelöst. Einige Umwälzungen entstanden durch die Erfindung neuer Medien und Techniken - beispielsweise der Geburt des Mosaiks, der Ölfarbe oder Perspektive. Andere Neuerungen entstanden, wenn ein junger Künstler oder eine Künstlerin alle Traditionen über den Haufen warf und seine oder ihre Welt auf eine frische, andere und komplett neuartige Weise darstellte. Leonardo da Vinci war einer dieser revolutionären Künstler, ebenso wie Claude Monet oder Pablo Picasso. Jede Neuerung wurde anfangs mit Misstrauen und Skepsis betrachtet, man bezweifelte ihren künstlerischen Wert. Aber schließlich wurde jede akzeptiert. Und dasselbe wird für alle »verrückten« Inhalte, Stile und Medien gelten, die in Zukunft auftauchen werden.

Was ist Kunst?

Ausschnitte aus "Kunst für Dummies" ISBN3-527-70242-3

Wie man grandiose Kunst erkennt

Wie kann man erkennen, ob ein Kunstwerk etwas taugt? Das ist einfach.

1. Drückt es erfolgreich das aus, was es ausdrücken möchte?

2. Erstaunt es Sie jedes Mal wieder, wenn Sie es betrachten?

3. Wächst es im Format?

4. Reift es kontinuierlich weiter?

5. Wächst die Kraft seiner puren und geheimnisvollen visuellen Ausstrahlung mit jedem Tag?

6. Ist es unvergesslich?

Wenn die Antwort auf alle diese Fragen Ja! lautet, dann ist es mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ein großartiges Kunstwerk. Jedes grandiose Werk wird den Betrachter stark beeinflussen, auf die eine oder andere Art. Einige Kunstwerke sind sehr anstrengend - ich finde Gemälde des französischen Postimpressionisten Paul Cézanne zeitweise rätselhaft schwierig, fast ungeschickt, aber ich kann meinen Blick trotzdem nicht abwenden.

Wenn man Freude an Kunst haben will, ist es in Ordnung, einfach das zu mögen, was man mag (und zum Teufel mit den Kritikern oder Experten)? Absolut. Sogar grüne Keramikfrösche? Ja. Aber eins noch. Wenn Sie wahre Kunst zu schätzen lernen möchten (wie das geht, wird sofort weiter unten erklärt), ist es wahrscheinlich, dass Sie zuerst eine recht primitive und unkomplizierte Art von Kunst lieben - und Sie werden bald automatisch Ihren Blick erheben und nach kurzer Zeit die Höhen erreichen. Während Sie die Qualitätsleiter erklimmen, werden Sie einzelne Werke antreffen, die Sie für den Rest Ihres Lebens brauchen werden. Arbeiten, die Sie aufregen, aufladen, Ihre Seele erheben, Sie beruhigen, zum Lächeln bringen, über das Schicksal der Menschheit und der Universums nachdenken lassen und die Sie dazu bringen, sie immer wieder und wieder betrachten zu müssen, zum Wohl Ihrer Psyche, Ihres Geistes und der Kraft des Herzens.

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